Rückschau

Plattdüütsch-Singdag in Wiefelstede

Der Männergesangverein "Frohsinn Bokel e.V." und "de Spieker", Heimatbund für niederdeutsche Kultur, hatten zum 2. Plattdüütsch-Singdag in die Mensa der Oberschule Wiefelstede eingeladen.

Viele Freunde der plattdeutschen Sprache und des plattdeutschen Liedgutes hatten sich dazu eingefunden, so dass die Mensa am Nachmittag bis auf den letzten Platz besetzt war.

Dieter Buschmann, 1. Vors. des MGV "Frohsinn` Bokel e.V." und Rita Kropp, "Spiekerbaas", wiesen in ihrer Begrüßung darauf hin, dass es von großer Wichtigkeit sei, die plattdeutsche Sprache als Kulturgut zu erhalten. Dazu solle der heutige Plattdüütsch-Singdag beitragen. Das man auch als Erwachsener das Plattdeutsch noch lernen könne, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Wiefelstede, Jörg Pieper, in seinem Grußwort. Er habe als Kind nur hochdeutsch gesprochen und sei später von seinen Nachbarn zum Platt animiert worden.

Die "Mühlenhofmusikanten" aus Westerloy unter der Leitung von Helma Hollander eröffneten das Programm mit ihren Liedern Moin, moin, Leewde heißt Liebe, Schunkelleed, Un Opa snackt plattdüütsch, Luster mol mien Kind, Lüt Tina Katrina sowie Dat noch in 100 Johren, einem ihrer ersten Hits.

Es folgten "De Plattsingers van`n Möhlenhoff" aus Rastede, dirigiert von Kornelia Gabrysch, mit Us Modersprak, Nordseemelodien, Lot die Tied is uk een Walzer und Dat Fahrradleed. Dass sie es auch auf Platt können, bewiesen die Frauen vom "Ev. Singkreis Wiefelstede" mit ihrer Dirigentin Marina Denke mit Över de stillen Straten, Ik wull, Wi weer noch kleen Jehann, Teewalzer, Nu steìht in Gröön in Bloomen. Das auch Kirchenlieder auf Platt gesungen gut ankommen zeigte sie mit Gaah ut, min Hart (Geh' aus mein Herz und suche Freud).

Das "Mitwollen-Trio" aus Petersfehn trug die Lieder Dat du mien Leewsten büst, `Wo gröne Bloom an Groben stoht, Bild di nix in und Mit'n Rad Up'n Padd.

Mit großem Eifer trugen die Kinder "Notenkleckse" aus Wiefelstede mit ihrer Leiterin Anna-Rabea Pacheco Campos ihr Lieder An de Nordseeküste, An'ne Eck steiht'n Jung mit'n Tüdelband, Snack-Musik, Lütt Jan-Hinnerk, Johrestieden und De Harvst is schön vor.

Der plattdeutsche Beschwerdechor "De Meckerkring" aus Oldenburg unter Leitung von Insina Lüschen gab ein Potpouri eigener plattdeutscher Lieder der etwas anderen Art zum Besten. U. a. ging es dabei um Hundekot, Verpackungsmüll und Weihnachtsgebäck im September. Dabei legten sie choreografische Darbietungen ein.

Den Schluß machten die Sänger vom gastgebenden MGV "Frohsinn Bokel e.V." unter ihrem Dirigenten Matthias Bösch mit den Beiträgen Sing mit mi, `Jeden Dag een Sommerdag, An de Nordseeküste, In'n Swiesgalopp, Leeder so moi as de Norden, Trina, kumm mol vör de Dör und Mien Ammerland.

Alle Chöre erhielten von den Zuhörern großen Beifall für ihre Darbietungen.

Um 19.00 Uhr begann dann das "Köppelsingen", bei dem alle Gäste gemeinam auf Platt sangen. "Vorsänger" war dabei Dieter Buschmann. Instrumental begleiteten Thomas Kämpfer mit der Gitarre und Bennie Meyer mit der Cajon-Trommel den Gesang. Gesungen wurden plattdeutsche Lieder wie z.B. Dat Leed van Herrn Pastor sin Koh und von Dieter Buschmann auf Platt umgetextete Lieder, sowohl Evergreens wie Up de Reeperbahn nachts um half een von Hans Albers, Ich war noch niemals in New York (Ik weer noch nie nich in New Jork) von Udo Jürgens, wo es dann u.a. heißt: „Gung nie dör San Franzisko in'ne tweie Büx“ als auch neuere Schlager wie Atemlos durch die Nacht (Ut de Pust dör de Nacht) von Helene Fischer.

Alle Sänger hatten großen Spaß am gemeinsamen Singen.

Die Veranstalter sind der Meinung, dass sich der Aufwand und die Arbeit für diese Veranstaltung gelohnt haben.

Heinz Friedrichs

(Pressewart des MGV "Frohsinn Bokel e.V.")

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