Oldenburgischer Sängerbund

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Festakt im Kulturzentrum Ofenerdiek

Bericht in der Nordwest-Zeitung vom 4. Sept. 2010

über den Festakt 100 Jahre Oldenburgischer Sängerbund im Kulturzentrum Oldenburg-Ofenerdiek am 3. September 2010. Vergrößerung durch Doppelklick ins Bild oder nachfolgend als ausdruckbares PDF.

Zum Ausdrucken: Nordwest-Zeitung: Festakt 100 Jahre OSB [880 KB]

100 Jahre Oldenburgischer Sängerbund
Festakt am 3. September 2010 im „Kulturzentrum Ofenerdiek“, Oldenburg

Der Oldenburgische Sängerbund ludt zum offiziellen Festakt seines 100-jährigen Bestehens ein. Ja, festlich war die Stimmung im anlasswürdigen „Kulturzentrum Ofenerdiek“, dem hellen, lichtdurchfluteten, ehemaligen Sakralbau, wenn man denn mit oder ohne Navigerät dort hin gefunden hatte. Wer früh da war, erlebte Stell- und Gesangsprobe des Projektchores und war gewiss, einen besonderen Abend zu erleben. Das Organisationsteam rund um Präsident Gerhard Brunken und das Serviceteam des Hauses hatten alles gut vorbereitet.
Ihnen gilt herzlicher Dank.

Die geladenen Gäste hatten Gelegenheit, untereinander und mit den OSB-Mitgliedern ins Gespräch zu kommen und nicht nur den ganzen Abend zuhören zu müssen. Getränke und ein kleines Büffet zauberten zufriedene Gesichter bei den über 100 Anwesenden hervor.

Der gut 50-köpfige Projektchor des Oldenburgischen Sängerbundes (im Nachfolgenden Projektchor genannt) eröffnete unter der Leitung von Rainer Hamacher mit
„Wir reiten geschwinde durch Feld und Wald“ (Kanon) und dem niederdeutschen Lied
„Dat du min Leevsten büst“ den kulturellen Teil des Abends.

In seiner Eröffnungsansprache.begrüßte OSB-Präsident Gerhard Brunken die Festgäste und die Chormitglieder sehr herzlich. Unter den Festgästen waren neben den anschließend genannten Festrednern auch Abordnungen der benachbarten und befreundeten Kreischorverbände: Siegward Giese, KCV Delmenhorst. Rudolf Hagen und Gattin, KCV Diepholz. Gerhard Reese, KCV Osnabrücker Land. Dieter König, Karin Wessels, Heike Douglas und Gerd Fischer vom Ostfriesischen Sängerbund. Und natürlich die Abordnungen der Sängerkreise des OSB mit ihren Vorständen.

Schirmherr Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur a.D., gab dem Singen im Musikland Niedersachsen einen hohen Stellenwert und wünschte den Jubiläumsveranstaltungen einen guten Verlauf.

Rainer Hamacher (Klavier) und Sturmi Seemann (Bratsche) spielten von Johann Sebastian Bach die Sonate g-moll BWV 1029, 1. Satz. Die abwechselnde Folge von Chorgesang, Festansprachen und instrumentaler Musik kam bestens an.

Silke Meyn, 1. Stadträtin überbrachte Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt Oldenburg und wünschte dem OSB eine erfolgreiche, gute Zukunft.

Volkslieder „im neuen Gewand“, also in neuen Sätzen / Arrangements gemäß dem Chorbuch „Loreley“ brachte der Projektchor gekonnt zu Gehör:
„Kume, kum Geselle min“ und „Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald“.

Gespannt war die Festgesellschaft natürlich auf das Grußwort des Präsidenten des Deutschen Chorverbandes, Dr. Henning Scherf. Er stellte den persönlichkeitsbildenden Wert des Singens in den Mittelpunkt. Unabhängig vom Alter kann, sollte, ja muss eigentlich jeder singen, natürlich möglichst im Chor. Junge Menschen sollen neue Chöre gründen. Die Chöre sollen Schulklassen-Patenschaften übernehmen und so die Brücke vom Kindergarten (Aktion Felix) zur Schule bauen. Bundeschorleiter Bernhard Schmidt und seine "Mitstreiter" wurden für ihren Einsatz für "Felix" lobend genannt. Scherf brachte Beispiel guten Miteinanders verschiedener Altersgruppen durch das Singen.

Klar, dass daraufhin wieder vom Projektchor gesungen wurde. Vorgetragen wurden das Volkslied „Der Jäger längs dem Weiher ging“ im neuzeitlichen Arrangement und das amerikalische Stück „As time goes by“.

Hans-Jürgen Ollech, Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen (CVNB) betonte die gute Zusammenarbeit mit dem OSB heute nach den Jahren, wo dies nicht so selbstverständlich war. Ollech: „... alte Zöpfe konnten abgeschnitten werden.“ Durch die Bereinigung / Wegfall einiger Begrifflichkeiten (wie korporativer Anschluss) in den Satzungen von CVNB und OSB vor einigen Jahren, ist seitdem die Grundlage für die chormusikalische Zusammenarbeit des OSB als integriertem und größten Teilverband des CVNB gelegt und umgesetzt worden. H. J. Ollech empfahl dem OSB eine Namensänderung in „Chorverband Oldenburger Land.“ In freundschaftlicher Verbundenheit gratulierte er zum 100-jährigen Jubiläum, verlas als besonderen Höhepunkt die Jubiläumsurkunde und überreichte diese an Gerhard Brunken.

Anja Nicinski, Hanna Niebisch, Stilla Seemann (alle Geige), Kläre Seemann, Sturmi Seemann (beide Bratsche) musizierten nach einem Arr. von Rainer Hamacher
„Tuirse Mo Chroi“ (aus Irland) und eine Polka (aus Schlesien).

Humorvoll, pro-„Oldenburgisch“-feinsinnig pointiert war das Grußwort von Horst-Günther Lucke, dem Präsidenten der Oldenburgischen Landschaft. Lacher und herzhafte Spitzen nicht gegen, sondern für die „alten Oldenburger Zöpfe“ und Bonmots wie „in Oldenburg denkt man oldenburgisch und weniger niedersächsisch“ würzten seine Ansprache. Er lobte Ferdinand Emmrich für die Chronik und freute sich über die oldenburgischen Farben blau-rot in den Tüchern und Krawatten der Choristen. Treffender kann man nicht „oldenburgisch“ denken und reden.

Anja Nicinski, Hanna Niebisch, Kläre Seemann (alle Geige), Sturmi Seemann (Bratsche) und Stilla Seemann (Flügel) musizierten den Kanon in D von J. Pachebel
(Arr. Rainer Hamacher).

Dr. Georg Kolbow, Stellvertretender Landrat des Landkreises Ammerland überbrachte nachbarschaftliche Grüße und Glückwünsche. Viele Chöre im Ammerland gehören zum Oldenburgischen Sängerbund. Und er überschrieb seine Ansprache, symbolisch gesprochen, mit der Wichtigkeit der Vereine in der Gesellschaft, in der die Chöre ihren besonderen Stellenwert haben.

Wer meinte, nun sei dem nichts mehr hinzuzufügen, irrte. Denn Dieter König, Präsident des Ostfriesischen Sängerbundes setzte den markanten Abschlusspunkt mit seiner brillianten plattdeutschen Ansprache. Wie klingen die Glückwünsche herzlich! Wie nett klingt Lob der freundschaftlichen Verbundenheit zu früheren und heutigen Verantwortlichen im anderen OSB (dem Oldenburgischen Sängerbund)! Mag der auch mehr Mitgliedschöre haben, so feiert der Ostfriesische Sängerbund in 2012 aber bereits sein 150-jähriges Bestehen! Danke, dass er die Oldenburger einludt, dabei zu sein und gute Nachbarschaft zu pflegen. Und natürlich beeindruckte die plattdeutsche Rede Horst-Günther Lucke von der Oldenburgischen Landschaft, setzt diese sich doch besonders in ihrem Projekt "Platt-Art" für die Pflege und Verbreitung der plattdeutschen Sprache ein. Der freundschaftliche Brückenschlag passte trefflich.

Den abschließenden musikalischen Beitrag brachte der Projektchor mit
„Innsbruck, ich muss dich lassen“ und „Im Auto über Land“.

Danke allen Festrednern, den jungen Musikern, dem Chorleiter Rainer Hamacher, dem Projektchor des Oldenburgischen Sängerbundes und allen Helfern sagte Präsident Gerhard Brunken im Schlusswort und schloss damit den offiziellen Teil dieses festlichen Abends, an dem alle Aktiven großen und herzlichen Beifall bekamen. Die Anwesenden wurden nochmals herzlich eingeladen, am Sonntag, 5. Sept. 2010 dabei zu sein beim „Tag der Chöre“, zugleich dem 23. Landeschorfest des Oldenburgischen Sängerbundes in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg. Denn das Jubiläum ist das Fest nicht des Vorstandes des OSB sondern das der Mitgliedschöre.

Text / Fotos: F.E.

Der Projektchor des Oldenburgischen Sängebundes

gestaltete, unter der Leitung von Rainer Hamacher, den chorischen Teil der Festveranstaltung 100 Jahre Oldenburgischer Sängerbund am 3. September 2010 im Kulturzentrum Oldenburg-Ofenerdiek. (Foto Josef Schnaak).

v.l.n.r.: Lutz Stratmann, Minister a.D., Schirmherr des OSB-Jubiläums. Gerhard Brunken, OSB-Präsident. Hans-Jürgen Ollech, Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen. Josef Schnaak, OSB-Vizepräsident. Horst-Günther Lucke, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Dr. Henning Scherf, Präsident des Deutschen Chorverbandes. Fotos: F. Emmrich.

v.l.n.r.: Dr. Georg Kolbow, Stellvertretender Landrat des Landkreises Ammerland. Gerhard Brunken, OSB-Präsident. Hans-Jürgen Ollech, Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen. Horst-Günther Lucke, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Dr. Henning Scherf, Präsident des Deutschen Chorverbandes. Silke Meyn, Stadträtin der Stadt Oldenburg. Josef Schnaak, OSB-Vizepräsident. Lutz Stratmann, Kultusminister a.D. des Landes Niedersachsen und Schirmherr der 100-Jahre-Jubiläumsveranstaltung des OSB.

Gerhard Brunken.

Der Präsident des Oldenburgischen Sängerbundes begrüßte die Festgäste im Kulturzentrum Ofenerdiek.

Lutz Stratmann, Minister a.D.,

gab dem chorischen Singen einen hohen Stellenwert im Musikland Niedersachsen. Der Oldenburgische Sängerbund bedankt sich herzlich bei ihm, dass er die Schirmherrschaft der Jubiläumsveranstaltung übernommen hat.

Silke Meyn, Erste Stadträtin,

überbrachte in charmanter Weise die Grußworte der Stadt Oldenburg, Stadt der Wissenschaften und Stadt der Musik.

Dr. Henning Scherf.

Der Präsident des Deutschen Chorverbandes gratulierte des OSB herzlich und wünschte ihm eine gute Zukunft, in der immer mehr junge Menschen den Weg in die Chöre finden mögen, neue Chöre sich gründen und das Singen als wesentlicher Teil der Persönlichkeitsentwicklung erkannt und realisiert wird.

Hans Jürgen Ollech,

Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen (CVNB), lobte des Oldenburgischen Sängerbund für dessen chormusikalisches Wirken über die Jahrzehnte. Schwierige Zeiten wurden gemeinsam überwunden. Die heutigen Satzungen beider Verbände sind Garanten für gute Zusammenarbeit auch in der Zukunft. Der OSB ist im Chorverband Niedersachsen-Bremen integriert. Die Hinweise auf "abgeschnittene alte Zöpfe" und die Empfehlung einer Namensänderung fanden nicht ungeteilte Zustimmung. Das Grußwort zeigte deutlich die enge freundschaftliche Verbundenheit in der gemeinsamen Pflege des Chorgesanges.

Die Übergabe der Urkunde

war ein besonderer Höhepunkt im Festakt. Hans-Jürgen Ollech, Präsident des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen verlas die Urkunde und überreichte sie mit herzlichen Glückwünschen an den Präsidenten des Oldenburgischen Sängerbundes, Gerhard Brunken.

Charme, Witz und oldenburgische Standhaftigkeit

kennzeichneten das Grußwort von Horst-Günther Lucke, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. Er bezeichnete den OSB als wesentlichen und wichtigen Bestandteil des oldenburgischen Kulturlebens. Oldenburg ist "oldenburgisch" (und weniger oder erst danach "niedersächsisch") in seiner Geschichte, in seiner Verwurzelung, in seiner Kultur, in seiner Zukunft. Die Oldenburgische Landschaft als regionale öffentlich-rechtliche Einrichtung integriert kulturwahrende und kulturschaffenden Vereine, Verbände und Einzelpersonen.

Dr. Georg Kolbow,

Stellvertretender Landrat des Landkreises Ammerland überbrachte die herzlichen Glückwünsche seines Landkreises, in dem zahlreiche Chöre dem Oldenburgischen Sängerbund angehören.

Chorleiter Rainer Hamacher

am Flügel, Sturmi Seemann an der Bratsche, spielten die Sonate g-moll #BWV 1029, 1. Satz.

Die instrumentalen Stücke beeindruckten

die Festgesellschaft. In unterschiedlicher Zusammensetzung musizierten Anja Nicinski, Hanna Niebisch, Kläre Seemann (alle Geige), Sturmi Seemann (Bratsche) und Stilla Seemann (Flügel).Sie bereicherten die festlichen Stunden.

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